Workshops zur „sexuellen Vielfalt und geschlechtlichen Identität“

Drei Klassen (11, 12, 13) des Wirtschaftsgymnasiums konnten auf Initiative ihrer Lehrerin Katharina Kurz an Workshops zum Thema „Sexuelle Vielfalt und geschlechtliche Identität“ teilnehmen. Die Workshops wurden von FLUSS e. V. aus Freiburg durchgeführt. Der Verein macht Bildungsarbeit zu den Themen „Geschlecht und sexuelle Orientierung“ und wird von der Stadt Freiburg offiziell gefördert.

 
Eine Besonderheit des Vereins ist es, dass er den Klassen ermöglicht, selbst in Kontakt mit queeren Menschen zu kommen. Die Mitglieder sprechen also nicht über andere, sondern berichten aus ihrem eigenen Leben und von ihren eigenen Erfahrungen.
 
Die Gäste wurden von der Schulleiterin Frau Karin Wagner begrüßt. Nachdem unter anderem Begriffe wie CSD, Trans*Identität, Bisexualität geklärt worden waren, ließen die vier Mitglieder von FLUSS e. V. gemeinsam mit den Klassen den sogenannten Gender Gumby (siehe Bild) an der Tafel entstehen. Es handelt sich dabei um ein Schema, das Geschlecht in seinen unterschiedlichen Ebenen jeweils als Spektrum in folgenden Ebenen darstellt: biologisches Geschlecht, Geschlechtsidentität (Als welches Geschlecht fühle ich mich?), Geschlechtsrepräsentation (Wie gebe ich mich?), sexuelle Orientierung (Wen liebe ich?). Diese Unterteilung ermöglicht eine Sichtbarmachung von geschlechtlicher Identität und sexueller Orientierung. Nachdem sich alle FLUSS-Mitglieder in das Spektrum eingetragen hatten, war der Grundstein für einen Dialog gelegt: Wie ist es möglich, dass ein Mensch Frauen und Männer lieben kann und wie, dass ein Mann früher einen weiblichen Körper hatte? Wie fühlt man sich dabei und wie war die Reaktion der Familien und Freunde nach dem Coming-out? Wird man oft diskriminiert?
 
Besonders beeindruckend empfanden die Schülerinnen und Schüler dabei die Offenheit der FLUSS-Mitglieder. Eine Schülerin formulierte den Nutzen eines solchen Workshops in der Schule so: „Man hat ja schon Vorurteile vorher, aber danach, da waren die einfach weg. Also einfach ganz weg.“