Menschen auf der Flucht – missio-Truck an der Kaufmännischen Schule Schwäbisch Gmünd

Missio-truck

Millionen Menschen fliehen weltweit vor Verfolgung, Menschenrechtsverletzungen, Krieg, Trockenheit, Katastrophen, Perspektivlosigkeit und Hunger. Dennoch ist das Schicksal der Mehrheit von Flüchtlingen weit entfernt vom Alltag der meisten Jugendlichen in Deutschland. Das Ziel ist, Menschen in Deutschland auf das Thema „Flüchtlinge“ aufmerksam zu machen.

 

Am Beispiel von Bürgerkriegsflüchtlingen im Ostkongo werden Schülerinnen und Schüler durch die multimediale Ausstellung im missioTruck für die Ausnahmesituation Flucht sensibilisiert. Das Projekt wird durch Engagement Global gefördert. Der Truck ist seit 2012 an Schulen und öffentlichen Plätzen wie z. B. Marktplätzen und Kirchplätzen zu besichtigen und wird voraussichtlich noch bis 2017 unterwegs sein.

Der missio-Truck macht am Montag, 6. und Dienstag, 7. Dezember 2015 an der Kaufmännischen Schule in Schwäbisch Gmünd Halt. Die mobile Ausstellung „Menschen auf der Flucht“ ist in einen LKW eingebaut. Der Innenraum ist in sechs thematisch gestaltete Räume aufgeteilt. Die Schülerinnen und Schüler werden am Beispiel von Fluchterfahrungen in Zentralafrika an herausfordernde Situationen von Flucht herangeführt. Sie können sich im Truck in verschiedene Personen hineinversetzen.

Acht beispielhafte Biographien stehen durch Avatare exemplarisch für das Schicksal von Bürgerkriegsflüchtlingen im Ostkongo. Nach einer technischen Einführung beginnt die Ausstellung. Spielstationen, Hörstationen und museumspädagogische Vermittlung durch Objekte und Texttafeln wechseln einander ab. Die Führung durch die Ausstellung erfolgt unbegleitet, teilweise in Kleingruppen und vereinzelt. Karten mit QR-Codes leiten die Schülerinnen und Schüler durch die verschiedenen Stationen beispielhafter Fluchtwege.

Bevor die Schülerinnen und Schüler den missio-Truck besichtigen, erhalten Sie eine kurze Einführung von Tété Agbodan. Er ist einer von zwei pädagogischen Begleitern der Tour, die Deutschlandweit fungiert, aber auch in der Schweiz und in Österreich. Tété Agbodan kam vor 6 Jahren aus dem Togo nach Deutschland, um hier zu studieren. Das Abtitur hat er im Togo absolviert und dies wurde hier in Deutschland auch anerkannt. Er besuchte einen Sprachkurs und studierte an der Fachhochschule in Münster Sozialarbeit. Tété Agbodan führt sehr sensibel in das Thema „Flucht“ ein. Er erarbeitet gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern verschiedene Gründe, die die Menschen zu einer Flucht veranlassen können. Am Beispiel der Demokratischen Republik Kongo stellt er dar, zu welchen Auswirkungen der Abbau von „Coltan“ im Osten eines der ärmsten Länder führte. Dieses Metall wird dort unter menschenverachtenden und menschenunwürdigen Verhältnissen abgebaut und an die großen Handy-Hersteller wie „Nokia“ und „Samsung“ zu sehr günstigen Preisen verkauft. Der Preis dafür ist der jahrelange Bürgerkrieg, Elend und die Vertreibung von der Demokratischen Republik Kongo. Inzwischen gibt es ein „Fair Trade Handy“ eines niederländischen Herstellers, der Rohstoffe aus fairem Handel verwendet.

Es werden den Schülerinnen und Schülern Szenen aus dem Film „Blutiges Handy“ gezeigt, der über diesem Abbau von Coltan berichtet und die Hintergründe darlegt. Die Schülerinnen und Schüler werden durch diesen Vortag sensibilisiert und zum Nachdenken angeregt.

Das Thema Flüchtlinge ist in Deutschland ein allgegenwärtiges Thema. Der eine oder andere sieht die Situation von Menschen in Deutschland, die sich in einer ähnlichen Lage befinden, vielleicht nach diesem Erlebnis aus einer anderen Sicht.