Begegnung mit der eigenen Geschichte

„Etwa ein Drittel aller Gmünder hatte in den 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts Wurzeln im Osten“ berichteten die Zeitzeugen Dr. Kurt Scholze und Dr. Franz Seidl vom Bund der Vertriebenen Schwäbisch Gmünd der Klasse 13-3 des Wirtschaftsgymnasiums im Zeitzeugengespräch, das der Geschichte- und Gemeinschaftskunde-Lehrer Herr Lakner organisiert hatte. Dieses Drittel zeigte sich auch in der Zusammensetzung der Klasse.

 
Begegnung und Erinnerung ohne Groll waren die Leitprinzipien unter denen die Zeitzeugen von ihrer Kindheit im heutigen Tschechien und später in der BRD erzählten. Die emotionale Belastung, die der Zweite Weltkrieg und die Vertreibung in der Nachkriegszeit für Kinder in der Zeit bedeutete und die Vertriebenen noch heute beschäftigt, hinterließ ebenso Eindruck bei den Schülerinnen und Schülern wie der Bericht über die Eingliederung der Vertriebenen in die Stadt Schwäbisch Gmünd, die selbst wiederum einen großen Beitrag für Wiederaufbau und Integration leisteten.
 
Die beiden Zeitzeugen warben für den Dialog und eine gemeinsame Erinnerungskultur mit den Menschen in den Gebieten im Osten, um die Zukunft in Freundschaft gestalten zu können. Diesem Ziel dienen auch die Ausstellung im Torhaus an der Waldstetter Brücke und der neue Verein „Brücke nach Osten“, zu denen die Schülerinnen und Schüler herzlich eingeladen wurden.