Aktien für Alle

Am 13.06.2018 besuchten Christoph Wendling und Alexander Fuchs vom Stuttgarter Aktienbrief die Kaufmännische Schule Schwäbisch Gmünd. Eingeladen wurden die beiden „Aktienlehrer“ von Fachlehrer Benedikt Harsdorff. Das Thema „Aktien für Alle“ fiel dabei auf fruchtbaren Boden.

Im Folgenden schildern die beiden Journalisten ihren Eindruck (vgl. Stuttgarter Aktienbrief 13/2018): 

Als Christoph Wendling und sein Kollege Alexander Fuchs an der Kaufmännischen Schule Schwäbisch Gmünd ankamen, waren sie erst einmal verwirrt: 5.000 Schüler, zahlreiche Gebäude – wo müssen wir hin? Doch dank hilfreicher Schüler war der Raum für unseren Schulvortrag schnell gefunden. Und auf dem Weg dorthin wurden die beiden über 40-Jährigen an ihre Schulzeit erinnert – aber auch überrascht: Schön zu sehen war, dass die Jungs ihre Toilettengänge während der Schulstunde noch ­genauso ausdehnen wie früher, um der harten Unterrichtszeit zu entfliehen. Erstaunt registrierten Wendling und Fuchs jedoch, dass die Mädchen ihre T-Shirts heutzutage in die Hose stopfen. Für Wendling ein wahrer Schock, hatte er seiner ­siebenjährigen Tochter doch einen Tag zuvor gesagt, sie solle das T-Shirt rausziehen, das sehe uncool aus. Man wird eben alt.

Kurz bevor er dann mit seinem Vortrag loslegte, gesellte sich überraschend noch eine Klasse Bankkaufleute zu den Zwölft- und Dreizehntklässlern des Wirtschaftsgymnasiums hinzu. Ihnen ­erklärte Wendling gleich, dass die Wachstumsstrategie keine ist, mit der sie bei der Bank ordentlich Provisionen einsammeln können. Dann ging es aber um die Börse im Allgemeinen, was Aktien sind und warum die Schüler kein Mitleid von Wendling bekommen, nur weil ihre Rente im Alter nicht reichen wird. Schließlich haben sie den großen Vorteil, dass sie das heute früh genug wissen. „Ihr müsst privat vorsorgen“, erklärte Wendling, „aber bitte richtig. Und mit richtig meine ich: Denkt auch an Aktien!“

Der stellvertretende Chefredakteur des Stuttgarter Aktienbriefs zeigte anhand von Schau­bildern, wie wenig Deutsche sich bisher an ­Aktien und Aktienfonds herantrauen, wie schlecht deshalb ihre Anlagerenditen im internationalen Vergleich sind (sogar die Griechen hängen uns locker ab) und wie dringend bessere Ergebnisse erzielt werden müssen, wenn man später nicht in finanzielle Schwierigkeiten geraten möchte. Dann erklärte er natürlich auch, welche Aktien die Schüler für ihren langfristigen Erfolg meiden müssen und welche mit der höchsten Wahrscheinlichkeit Erfolge bringen.

Zum Schluss rechnete er vor, welch schönen Lebensabend mit reichhaltiger, selbst ersparter Rente die Schüler vor sich haben, wenn sie ihr Geld nicht sinnlos verprassen, sondern einen Teil ihres Ersparten an der Börse „hart für sich ­arbeiten lassen“.

Die Schüler zeigten sich einigermaßen beeindruckt von dem Ergebnis und löcherten Wendling anschließend mit spannenden Fragen: Wer ist Ihr Vorbild? Was halten Sie von Bitcoins? Wie findet man solche Wachstumsaktien? Auch nach Einzeltiteln wie Tesla und BHP Billiton wurde gefragt.

Damit trugen auch Schüler und Lehrer dazu bei, dass unser Vortrag an der Kaufmännischen Schule Schwäbisch Gmünd wieder für alle Seiten interessant, angenehm und weiterbildend war. Und vielleicht haben wir es ja auch geschafft, wenigstens ein bisschen was für die deutsche Aktienkultur zu tun!