Reichtum – ein erstrebenswertes Ideal?

Viele Menschen würden diese Frage sogleich bejahen, andere wiederum empfinden die Vorstellung, zumindest über ein gutes Einkommen zu verfügen, als ausreichend. Doch heißt es im Volksmund nicht auch „Geld allein macht nicht glücklich“?

Im Rahmen einer Veranstaltungsreihe des Vereins der „Freunde und Förderer der Kaufmännischen Schule Schwäbisch Gmünd e.V.“ diskutierte Prof. Dr. Klaus Melchers, seit 2012 Professor an der Universität Ulm und Leiter der Abteilung für Arbeits- und Organisationspsychologie, die Zusammenhänge zwischen Geld und persönlichem Wohlbefinden unter Berücksichtigung von Befunden der psychologischen Forschung aus den letzten Jahrzehnten. Er beleuchtete dabei ganz unterschiedliche Aspekte – beispielsweise die Rolle des Wohnorts oder der aktuellen Lebenslage.
 
Prof. Dr. Melchers kam dabei zum Ergebnis, dass Geld im Durchschnitt zufriedener mache, meistens jedoch nur geringfügig. Dies treffe vor allem bei Personengruppen zu, die tendenziell weniger Geld zur Verfügung haben, da Geld hilft, grundlegende Bedürfnisse zu erfüllen. Insgesamt betonte Melchers jedoch auch, dass für das tägliche Wohlbefinden andere Faktoren weitaus einflussreicher seien – Gesundheit und medizinische Versorgung, ein hoher Bildungsgrad, Familienstand, (Menschen-)Rechtssicherheit oder zeitliche Entlastung. Im Einzelfall könne man also reich und unglücklich oder arm und glücklich sein.
 
Und was macht nun Schüler glücklicher? Auf diese Frage der Schulleiterin Karin Wagner entgegnete Prof. Dr. Melchers: „Ausschalten und Abschalten!“ Neben dem Erwerb einer guten Bildung sei es demnach vor allem wichtig, für zeitliche Entlastung zu sorgen, um positive Gefühle zu erleben.